Champions-League-Diskussionspunkte: Wie ist das Chaos bei Manchester United einzuordnen?

Die UEFA Champions League hat am dritten Spieltag mit 74 Toren in 18 Spielen (im Schnitt 4,1 pro Partie) reichlich Gesprächsstoff geliefert. Paris Saint-Germain gewann gegen den FC Barcelona, Real Madrid gegen RB Leipzig, der FC Liverpool gegen Villarreal, Real Betis gegen Feyenoord und Aston Villa gegen Viking FK. Alle fünf Teams stehen damit weiter bei 3-0-0. Como deklassierte Manchester United und stellt damit die Zukunft von Michael Carrick infrage. Bayern München und der FC Arsenal trennten sich in der Allianz Arena 2:2, Bukayo Saka musste früh verletzt raus.

Die Autoren Gab Marcotti, Sam Tighe, Mark Ogden und Beth Lindop ordnen die Ereignisse ein.

Müssen PSG ihre Härte gegen Barcelona bereuen?

PSG gewann das Topspiel der Ligaphase zu Hause 4:2, zahlte aber einen hohen Preis. Ousmane Dembélé humpelte nach nur 20 Minuten vom Platz, Marquinhos und Khvicha Kvaratskhelia schieden nach einer Stunde verletzt aus. Kvaratskhelia fällt inzwischen wegen eines Kreuzbandrisses für den Rest der Saison aus. Die Frage lautet, ob Luis Enrique den frühen Verlust eines Stars bereut und ob das den Traum vom Champions-League-Hattrick gefährdet.

Ogden teilt diese Sorge nicht. Spieler könnten sich jederzeit verletzen, auch im Ligue-1-Spiel am Sonntag bei Olympique Lyon. Luis Enrique habe in dieser Saison zudem alle großen Stars geschont und rotiert. Er habe richtig entschieden, die besten Spieler aufzubieten, weil sie selten auf einen echten Herausforderer treffen. Gegen Barcelona und Manchester City profitierten PSGs Topspieler weit mehr als gegen Le Havre oder Auxerre. Wer die Stars gegen Teams wie Barça zurückhalte, erlebe in Frankreich eine langweilige Saison. Außerdem habe das Spiel gezeigt, wie gut die späteren Phasen der Champions League werden.

Lindop stimmt zu. Die neue Ligaphase mache die einzelnen Spiele zwar weniger bedeutsam, PSG gegen Barcelona bleibe aber ein Prestigeduell. Verletzungen hätten die Spieler auch zu anderen Zeitpunkten erwischen können. PSG könne in der heimischen Liga regelmäßig Spieler schonen, um in der Champions League in Bestform zu sein, und das habe sich in den vergangenen Jahren ausgezahlt. Kvaratskhelias schwere Verletzung nennt sie dennoch bitter. In Form sei er einer der unterhaltsamsten Spieler Europas und gebe PSG eine zusätzliche Dimension. Der Titelverteidiger bleibe Favorit, doch der Verlust sei ein schwerer Schlag.

Marcotti schließt sich an: Verletzungen passierten jederzeit, schlimm sei nur, wenn Spieler wegen Überlastung ausfielen. Das sei bei PSG kein Thema. Er erinnert daran, dass PSG die Liga mit sechs Punkten Vorsprung gewann und erst Mitte Januar an die Spitze rückte. Bei einer Niederlage in Lyon am Sonntagabend könne der Klub auf Rang sechs abrutschen. Kvaratskhelias Ausfall mache PSG schwächer, aber das Team habe viele Offensivoptionen, etwa Maghnes Akliouche, Ferran Torres und Mika Godts. Schwerer zu ersetzen seien Innenverteidiger Willian Pacho oder Mittelfeldspieler Vitinha.

Tighe hält dagegen, man unterschätze Kvaratskhelia. Er sei der beste linke Flügelspieler der Welt, sofern Kylian Mbappé offiziell als unwilliger Stürmer gelte, und womöglich einer der zehn besten Spieler überhaupt. Der Ausfall für die gesamte Saison sei ein Schlag. PSG habe auf den Flügeln zwar mehr Munition, mit dem weiter wachsenden Désiré Doué und den Sommerverpflichtungen. Luis Enriques intensiver Stil verlange aber Tiefe. PSG verliere nicht nur einen Spieler, sondern den besten Außenbahnspieler.

Liverpool unter Iraola: echter Aufschwung oder falsche Hoffnung?

Liverpool gewann am Dienstag 4:3 gegen Villarreal, nachdem das Team sich selbst in einen 0:2-Rückstand gebracht und dann vier Tore in Serie erzielt hatte. In der Champions League ist der Klub makellos, in allen Wettbewerben unterlag er nur einmal, gegen Manchester City. Dennoch haben viele große Namen wie Bradley Barcola, Florian Wirtz und Alexander Isak ihr bestes Niveau noch nicht gezeigt. Dominik Szoboszlai ist angeschlagen, die Rechtsverteidigung ist ungeklärt, auch wenn Ronald Araújo als “Notleihe” gut spielt. Die Auftritte von Rio Ngumoha überdecken zudem manche Probleme. Wie belastbar sind die Ergebnisse unter Andoni Iraola?

Lindop glaubt nicht, dass sich in Liverpool jemand Illusionen macht. Das Team sei noch in der Entwicklung, wirke eine Stufe unter Europas Spitze und sei in den ersten 30 Minuten gegen Villarreal besonders schwach gewesen. Für die Meisterschaft und wohl auch für die Champions League sei es zu fehlerhaft, auch wenn man Liverpool in Europa nie abschreiben dürfe. Iraola führe ein neues System mit Spielern ein, die sich erst aneinander gewöhnen, deshalb brauche es Geduld, zumal wegen der jüngsten Verletzungssorgen. Ngumoha sei dagegen ein Grund zum Optimismus. Er habe schon in Kurzeinsätzen auf rechts überzeugt, am Dienstag aber seinen bisher kompletttesten Auftritt im Liverpool-Trikot gezeigt. Mit 18 Jahren dürfe man das nicht jede Woche erwarten, doch er habe eine strahlende Zukunft an der Anfield Road.

Tighe sieht in Ngumoha das größte Plus des Abends neben den drei Punkten. Der Youngster habe auf dem rechten Flügel stark gespielt und könne ein echtes Problem Iraolas lösen, auch wenn man ihn nicht überfrachten dürfe. Die Reds gingen mit vier Flügelspielern in die Saison, die alle lieber links spielen. Iraola habe dort schon viele Optionen probiert, darunter Cody Gakpo, Víctor Muñoz und Ngumoha. Bei Letzterem fühle es sich an, als könne er sich durchsetzen.

Marcotti spricht von einer falschen Hoffnung in dem Sinne, dass Iraola kein Trainer für sofortige Ergebnisse sei. Sein Fußball brauche Zeit. Bournemouth habe in seinen ersten neun Spielen nur drei Punkte geholt und sich dann Saison für Saison verbessert, von Platz 11 über Platz 9 auf Platz 6. Es werde ein langsamer Prozess, weil er einen aus Marcottis Sicht schlecht zusammengestellten Kader geerbt habe. Zudem dürfte Abwehrchef Virgil van Dijk wohl gehen, sodass Iraola in der Defensive nächste Saison neu beginnen müsse. Er habe das aber schon einmal gemeistert: In Bournemouth verlor er in einem Sommer drei seiner vier Abwehrspieler und kam stärker zurück. Dazu fehle bis zum neuen Jahr Stammstürmer Hugo Ekitike. Im Training lasse sich nur begrenzt arbeiten, die Ergebnisse schwankten mit den Einzelspielern. Es sei Flickwerk, beginnend mit Araújo als Rechtsverteidiger. Ngumohas Leistungen machten Mut. Auch Ryan Gravenberch lerne viel, selbst wenn er schwach spiele, Jérémy Jacquet gewinne an Selbstvertrauen und Muñoz wirke brauchbar. Diese Spieler würden Iraolas Zukunft bestimmen, ein “echtes” Iraola-Team sehe man aber frühestens in einem Jahr.

Ogden findet, dass Liverpool gerade gut unterwegs ist. Der Klub befinde sich im Übergang und werde nicht mit Arsenal und Manchester City um den Titel kämpfen. Jeder Klub müsse beim Neustart Schmerzen ertragen. Ngumoha sei das hellste Offensivtalent, was auf Wirtz und Barcola kein gutes Licht werfe. Liverpool sei aber nach vorn aufregend und erziele in den meisten Spielen wohl mehr Tore, als es kassiert. Geduld sei im Spitzenfußball kaum noch vorhanden, in Anfield aber nötig. Es könne schlimmer sein, man schaue nur auf Manchester United.

Manchester United: Muss Carrick sofort gehen?

United verlor 1:4 beim kleinen Como, danach gingen die Spieler aufeinander los. Kapitän Bruno Fernandes stellte Carricks Taktik öffentlich infrage. Soll Carrick sofort entlassen werden oder erst in der Länderspielpause? Und hatte Lisandro Martínez mit seiner Wutrede in der Vorwoche recht?

Tighe meint, es könne nicht alles an Carrick liegen, weil ein Klub auf jeder Ebene funktionieren müsse. Martínez’ Interview habe Carrick aber massiv aus der Schusslinie genommen. Das Team sei nicht gut aufgestellt und funktioniere nicht richtig. Es könne mit dem aktuellen Personal viel besser sein. Zwar fehlten United nach dem Sommer ein Linksverteidiger und ein Stürmer, doch im Mittelfeld habe der Klub gute Spieler verpflichtet, die furchtbar spielten. Er fragt, ob das an den Spielern, am Trainer oder an beiden liege. Zum Nachdenken solle anregen, dass Youri Tielemans plötzlich vom besten Premier-League-Mittelfeldspieler zu einem Spieler geworden sei, der weit von seiner Form entfernt wirke. Nach dieser Logik müsse man Andrey Santos mehr Nachsicht gewähren. Carrick trage viel Verantwortung, aber nicht die ganze.

Ogden stimmt zu, verweist aber auf die Fitness. Unitedś Spieler wirkten nicht fit, ihre Laufwerte gehörten zu den schlechtesten der Premier League. Das falle in die Verantwortung von Trainer und Stab, denn Talent könne fehlende Fitness auf diesem Niveau nicht ausgleichen. United habe einen Kader voller Fehlbesetzungen, teils noch aus der Zeit von Louis van Gaal (2014 bis 2016) wie Luke Shaw. Zu viele Spieler seien nicht gut genug, zu alt oder beides. Carrick müsse gehen, weil er für einen Job in der Größenordnung von United nicht qualifiziert sei. Es funktioniere nie, wenn ein Interimstrainer den Job dauerhaft bekomme. United brauche einen Coach, der die Spieler fit mache, organisiere und Disziplin bringe: Antonio Conte.

Lindop hat ein wenig Mitleid mit Carrick. Martínez’ Aussagen deuteten auf einen Klub im Chaos hinter den Kulissen hin, auch wenn United Zusammenhalt vermitteln wolle. Carrick sei der jüngste in einer langen Reihe von Trainern, die an der Old Trafford scheiterten. Eine Patentlösung gebe es nicht, solange die Führungsebene über ihm unverändert bleibe. Dennoch seien seine Tage gezählt. Er habe das Schiff in der vergangenen Saison hervorragend stabilisiert, aber nie das Format für die langfristige Rolle gehabt. Eine Antwort habe sie nicht. Conte würde für Würze sorgen, aber die Verbindung würde irgendwann im Desaster enden, wäre allerdings guter Stoff für die Klub-Doku “All or Nothing”.

Marcotti greift Ogdens These auf und liefert Gegenbeispiele. Roberto Di Matteo gewann als Interimstrainer die Champions League. Zinedine Zidane gewann nach seiner Interimsphase drei Champions-League-Titel. Hansi Flick holte das Triple und macht es nun auch bei Barcelona gut. Tony Barton gewann bei Aston Villa den Europapokal. Edin Terzic holte den DFB-Pokal und erreichte ein Champions-League-Finale. Garry Monk führte Swansea City, das er von Michael Laudrup im Abstiegskampf übernommen hatte, in der Folgesaison auf Rang acht. Chris Coleman führte den abstiegsbedrohten FC Fulham im Jahr darauf auf Platz neun.

Das Problem sei, dass all diese Trainer entweder außergewöhnliche Spieler oder einen sehr soliden Klub hatten, oft beides. United sei keines von beiden. Für Marcotti geht es um zwei Fragen. Erstens, ob Carrick United dorthin bringen kann, wo der Klub hinwill. Die Antwort sei wohl nein, also solle er gehen. Der Sprung sei zu groß gewesen, die Umstellung auf den Mittwochsrhythmus zu schwierig, und es sei offensichtlich, dass die Spieler, die mit halber Geschwindigkeit liefen, nicht für ihn spielten. Bemerkenswert sei außerdem, wie viele Spieler in einem so wichtigen Spiel fehlten: Die einzigen etablierten Feldspieler auf der Bank waren Joshua Zirkzee, Amad Diallo und Carlos Baleba.

Zweitens gehe es um die Probleme des Klubs, denn es liege offensichtlich nicht nur an Carrick. Hier habe Martínez recht gehabt. Es gebe gravierende Probleme bei Kommunikation und Orientierung. Es gehe nicht nur um das Transferfenster und die Entscheidungen von Jason Wilcox, sondern um Verantwortlichkeit und Vision. Das werde nicht sofort behoben.

Ogden räumt Zidane und Flick ein, doch Di Matteo sei wenige Monate nach seinem neuen Vertrag weg gewesen, genau das drohe Carrick. Marcotti entgegnet, damit blende Ogden Coleman, Barton, Monk und Terzic aus, und die meisten United-Fans wären zufrieden, wenn Carrick die Champions League gewinnt und danach entlassen wird.

Bayern gegen Arsenal: Was sagt das 2:2?

Die Topteams Bayern München und Arsenal lieferten sich ein unterhaltsames 2:2. Arsenal trat bis auf William Saliba fast in Bestbesetzung an. Bayern fehlten Joshua Kimmich, der gesperrte Michael Olise und Jamal Musiala, und Luis Díaz kam als Einwechselspieler, musste aber verletzt wieder raus. Sagt das Remis mehr über Bayern oder über Arsenals Titelchancen?

Lindop lobt ein hochklassiges Spiel mit drei herausragenden Toren. Arsenal sei der zufriedenere Klub, nicht nur wegen des späten Ausgleichs, sondern auch wegen einer weiteren reifen Auswärtsleistung, die zeige, wie schwer das Team in Europa zu schlagen ist. Sakas Ausfall in der ersten Halbzeit sei ein Rückschlag gewesen, doch Eberechi Eze habe als Ersatz gut gespielt. Wenn ein Kader Verletzungen verkraften könne, dann der von Arsenal. Sie sieht das Team erneut weit im Wettbewerb. Bayern sei mit so vielen Verletzten schwer zu beurteilen. Vincent Kompany werde sich über das Spielmanagement beim Stand von 2:1 ärgern, doch mit den zurückkehrenden Stars werde das Team ein anderes sein.

Marcotti hält es ohne das Spiel zwischen Barcelona und PSG für die Partie der Runde. Sakas Ausfall nach zehn Minuten habe Arsenal nicht geholfen, doch das Team habe viel Charakter gezeigt. Es sei das Arsenal der Vorsaison gewesen: tief stehen, kompakt bleiben, im Umschalten spielen. Das sollte nicht in jedem Spiel so laufen (auch Mikel Arteta sehe das so), auswärts sei es aber der richtige Ansatz gewesen. Er sei kein Fan von Viktor Gyökeres, doch die Entscheidung sei richtig gewesen, und er bezweifle, dass Kai Havertz den Ball so für Declan Rices Tor hätte ablegen können.

Bayern sei enttäuscht, weil das Team in der zweiten Halbzeit 2:1 führte und nicht gewann. Man müsse es aber mit Nachsicht bewerten, die Ausfälle hätten schwer gewogen. Kimmich vermisse man umso mehr, Tom Bischof sei großartig, habe aber noch einen weiten Weg bis zu dessen Führungsqualitäten. Alphonso Davies habe gezeigt, dass er als Flügelspieler noch mithalten kann, und davon sehe man im Saisonverlauf womöglich mehr. Olises Fehlen reiße eine große Lücke. Auffällig sei, dass beide Teams körperlich und kompakt spielten, und beide ersten Tore dennoch aus herausragenden Pässen im Umschalten entstanden, von Martin Ødegaard und vor allem von Harry Kane. Arsenal habe Bayern neutralisiert, nicht aber Kanes Rückfallbewegungen mit Pässen auf startende Flügelspieler. Darauf gebe es keine Antwort.

Ogden sieht Bayern mit dem besseren Kader und mehr talentierten Einzelspielern. Mit Kane habe der Klub genau den Torjäger, den Arsenal für den nächsten Schritt brauche. Beide gingen weit in den Wettbewerb, doch ohne das Halbfinal-Aus gegen PSG wäre Bayern in der Vorsaison ins Finale gekommen. Bayern habe mehr Optionen und taktische Flexibilität und spiele zudem in einer weniger umkämpften Liga als die Gunners, sei also der bessere Tipp für den Titel. PSG, Bayern und Barcelona seien derzeit allen anderen enteilt, Arsenal gehöre zur nächsten Gruppe. Arteta müsse mehr Variabilität und Mut in die Taktik bringen, um den großen Drei gefährlich zu werden.

Tighe hält das Ergebnis für passend für alle Seiten. Bayern erwarte zu Hause stets zu gewinnen, doch mit den Ausfällen und in einem “nur” Ligaphasen-Spiel sei ein Remis verkraftbar. Arsenal habe getan, was nötig war, und dass Sakas Verletzung das Team nicht aus der Bahn warf, sei ein großes Plus. Früher hätte das die Mannschaft leicht versenken können. Arteta beschäftige vor allem der Umfang von Sakas Verletzung, nicht der Punktverlust. Ein Remis im Auswärtsspiel gegen einen Gegner aus Topf eins sei völlig in Ordnung.

Was sonst auffiel am dritten Spieltag

Tighe hebt Manchester Citys 5:1 gegen AEK Athen hervor, das vor allem Akademie-Absolventen prägten. Während der Fokus zu Recht auf Citys immensen Ausgaben der vergangenen 15 Jahre liege, sei ein Sieg dank starker Nachwuchsleistungen ein guter Balsam für die Fans gewesen, auch wenn nicht viele im Stadion waren. Phil Foden war mit drei Toren der Mann des Abends und zeigte Trainer Enzo Maresca, dass er Feuer im Bauch hat. Zwei Treffer bereitete Rico Lewis vor, der 17-jährige Floyd Samba holte den Freistoß, der alles ins Rollen brachte. Später kamen die 18-jährigen Ryan McAidoo und Kaden Braithwaite und wirkten mit, McAidoo legte Fodens drittes Tor auf.

Ogden sieht die spärliche Kulisse im Etihad als Problem. Fußball sei für Fans heute teuer, doch die vielen leeren Plätze zeigten die relativ kleine Fanbasis Citys, die nicht zu den Handelseinnahmen passe, die auf dem Niveau von Real Madrid und über denen von Manchester United lägen. Als United im vergangenen Monat gegen Sabah FK in Old Trafford spielte, zahlten 73.685 Fans für das Spiel. United habe eine riesige Fanbasis, die Lücken füllt, wenn Stammgäste fehlen. Bei City sei die offizielle Zuschauerzahl gegen AEK 40.042 gewesen, vielleicht habe man aufblasbare Bananen mitgezählt. Wenn sich Citys Stammgäste den Besuch nicht leisten könnten, fehle es an Fans, die die freien Karten nehmen. Das sei keine Schande, aber ein Klub, der sich kommerziell als globale Supermacht bezeichnet, müsse das mit vollen Stadien beweisen, wie es Real, United, Liverpool und Bayern München tun.

Lindop verweist auf die bevorstehende Ballon-d’Or-Gala am Montag und darauf, dass Kane erneut zeigte, warum er ein würdiger Anwärter ist. Beim 2:2 gegen Arsenal war er nicht ganz in Topform und erzielte dennoch ein Tor und legte eines auf: Er bediente Davies glänzend und verwandelte kühl einen Elfmeter. Seine Torquote sei phänomenal, doch seine Passvielfalt mache ihn so sehenswert. Seine Genauigkeit sei gegen Arsenal so hoch gewesen, dass er an einem anderen Abend drei Vorlagen hätte sammeln können. Womöglich aus englischer Voreingenommenheit hoffe sie, dass er sich bei der Zeremonie in London durchsetzt.

Marcotti hat von der Kritik an City genug und das Ballon d’Or interessiert ihn kaum. Er konzentriert sich auf Como. Nico Paz könne derzeit in fast jede Mannschaft der Welt wechseln, und es freue ihn, dass er das auf großer Bühne zeige. Während man Unitedś Schwächen und Ausfälle benennen könne, habe Como drei Stammspieler vermisst: Trevoh Chalobah, Assane Diao und Moise Kean. Zudem habe United zuletzt im Mai 2025 (bei Brentford) vier Gegentore in einem Spiel kassiert. Cesc Fàbregas sei der Beweis für echte Qualität. Como habe über seine Verhältnisse ausgegeben und werde womöglich vom Financial Fair Play eingeholt und einen hohen Preis zahlen. Die Spieler auf dem Platz seien aber meist Youngster oder mittelmäßige Profis, die unter Fàbregas wiedergeboren wurden.

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