
Phil Foden ist erst der dritte Engländer, dem in einem Champions-League-Spiel ein Hattrick und eine Vorlage gelungen sind – vor ihm schafften das nur Wayne Rooney (Manchester United, 2004) und Raheem Sterling (Manchester City, 2019). Beim 5:1 von Manchester City gegen AEK Athen im Etihad Stadium spielte Foden am Dienstag groß auf und wurde zum Spieler des Spiels.
Der Auftritt erinnerte daran, welch außergewöhnliches Talent der 26-Jährige weiterhin besitzt. Nach zwei enttäuschenden Spielzeiten, in denen er nach eigener Einschätzung nicht die erwarteten Leistungen zeigte, hatten ihn manche womöglich schon abgeschrieben. Dass er im vergangenen Sommer nicht im englischen WM-Kader stand, half nicht. Dennoch sagte er vor der Saison Reportern, er freue sich auf einen „Neuanfang“ unter dem neuen Trainer Enzo Maresca.
Vom Platzverweis zum Dreierpack
Dieser Neuanfang kam zunächst nur langsam in Gang. Tiefpunkt war der Platzverweis im Derby gegen Manchester United im September. Am vergangenen Samstag traf Foden dann gegen Ipswich – sein erstes Premier-League-Tor seit zehn Monaten. Der Treffer scheint den Knoten gelöst zu haben: Gegen Athen folgte der Hattrick.
„Das hat mir sehr gefallen“, sagte Foden bei TNT Sports. „Die Jungs waren wieder großartig. Wir haben wieder Entschlossenheit gezeigt. Ich bin Stürmer, also muss ich weiter treffen und dem Team helfen. Das tut meinem Selbstvertrauen gut.“
Auf die Frage, ob er zu seiner Bestform zurückfinde, antwortete er: „Langsam, aber sicher. Ich habe noch einen langen Weg vor mir, aber ich bin auf dem richtigen Weg. Dabei zu treffen, hilft definitiv.“ Er wolle weiter hart arbeiten und für den Trainer und die Mannschaft sein Bestes geben.
Foden genießt die Rolle als falsche Neun
Foden war an vier der fünf City-Tore direkt beteiligt. Maresca ging ein Risiko ein und wechselte im Vergleich zum Spiel gegen Ipswich achtmal. Nur Gianluigi Donnarumma, Ruben Dias und Foden blieben in der Startelf.
Erling Haaland stand zwar im Kader, bekam nach einem Schlag auf den Fuß im vorherigen Spiel aber einen freien Abend. So konnte Maresca seine Idee testen, Foden könne als falsche Neun eine „Lösung“ sein. Foden begann auf der rechten Seite und rückte später in diese Position – mit Erfolg. Er habe die Rolle „wirklich genossen“, sagte er.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es einen kurzen Schreckmoment, als die Gäste auf 1:2 verkürzten. Danach schaltete City einen Gang höher und war am Ende weit enteilt.
Das erste und das dritte Tor erzielte Foden aus kurzer Distanz. Das zweite war ein Prachtstück: Von der Strafraumgrenze öffnete er den Körper und schlenzte den Ball direkt in den Winkel.
„Wunderschön – so würde ich ihn beschreiben“, sagte Citys früherer Verteidiger Joleon Lescott bei TNT Sports. „Sein Abschluss war exquisit. Ich glaube, er hat den Trainer überzeugt: Wenn Erling Haaland aus irgendeinem Grund in der Saison nicht verfügbar ist, ist er der Mann für die Neun.“
„Foden beantwortet die Fragen des Trainers“
In der Saison 2023/24 erzielte Foden 19 Tore, City wurde Meister, und er wurde zum Spieler des Jahres der Spielergewerkschaft PFA sowie zum Spieler der Saison der Liga gewählt. Die vergangene Saison beendete er ohne Torerfolg in seinen letzten 31 Spielen für Klub und Land. Trotzdem unterschrieb er im Juli einen neuen Vierjahresvertrag.
Die Rote Karte nach einem Tritt gegen Bruno Fernandes in Old Trafford hätte ihm schaden können. Nun gilt es, auf der starken Leistung aufzubauen.
„Ich war schon vor der Roten Karte sehr zufrieden mit Phil“, sagte Maresca. „Ich habe von Tag eins an gesagt, dass ich ihn für einen der besten englischen Spieler halte. Wir wissen, dass Phil ein Topspieler ist. Aus unterschiedlichen Gründen hatte er in den vergangenen zwei Jahren einige Probleme, aber er wird uns helfen. Deshalb wollen wir ihn so unbedingt in bestmöglicher Verfassung haben.“
Der frühere englische Flügelspieler Ashley Young sagte bei BBC Radio 5 Live: „Wenn Phil Foden seine Chancen bekommt, packt er sie mit beiden Händen. Mit dem Hattrick wird sein Selbstvertrauen riesig sein. Enzo Maresca wird froh sein, dass er weder Erling Haaland noch Jeremy Doku bringen musste. Er konnte die Spieler einsetzen, die in seinem Kader stehen. Das ist keinesfalls die zweite Reihe, aber du musst rausgehen und dem Trainer zeigen: ‚Ich sollte spielen.‘ Foden beantwortet die Fragen seines Trainers.“